Für den Erhalt der Autozüge und aller Nachtzüge

Die Bahn plant, bis Ende 2014 die EuroNight-Verbindungen (CNL-Nachtzüge) nach Dänemark und Frankreich und die Verbindung Berlin – Amsterdam zu streichen. Bis Ende 2017 sollen alle DB-Autoreisezüge abgeschafft werden. Dagegen haben die Beschäftigten vom DB European Railservice eine Kampagne zur Rettung der Nachtzüge, der Autoreisezüge und für optimale europaweite Schienenverbindungen gestartet. Die GewerkschafterInnen gegen Stuttgart 21 unterstützen die Proteste.
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Aus dem aktuellen Flugblatt der Kampagne:

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Die DB will Ende 2014 die CNL-Nachtzüge nach Dänemark und Frankreich streichen.

Auch Berlin-Amsterdam soll wegfallen. Können Sie sich das vorstellen? Das »Unternehmen Zukunft« will seine Nachtzüge radikal zusammenstreichen! Als erstes sollen Ende 2014 die Verbindungen nach Kopenhagen und Paris wegfallen und Amsterdam nur noch mit Süddeutschland und der Schweiz verbunden werden, nicht mehr mit Berlin, Prag und Warschau. Dabei weiß die Bahn, wie wichtig und beliebt ihre Nachtzüge sind! Im April 2014 haben bei einer Umfrage der Bahn 75 % der Nachtzugkunden gesagt, dass sie bei Wegfall der Nachtzüge nicht mehr mit der Bahn fahren würden. Stattdessen würden sie auf Flugzeug, Auto oder Bus umsteigen oder ganz auf die Reise verzichten.

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»Ausgeschlafene reisen nachts«

Hier stimmt der Werbeslogan: Wer im Schlaf- oder Liegewagen unterwegs ist, gewinnt den Tag – egal ob Urlauber oder Geschäftsreisende, Städtetouristen oder Politiker. Wer spätabends abfährt und ausgeschlafen morgens ankommt, spart Zeit, Nerven und Geld für Hotel, Flug und Taxi. Außerdem kann man im Nachtzug herumlaufen, im Speisewagen noch ein Bierchen trinken, das Fahrrad mitnehmen – halt! All das will die Deutsche Bahn nicht mehr! Sie hat die Speisewagen im Nachtzug abgeschafft, das Streckenangebot von Jahr zu Jahr ausgedünnt, die Fahrzeiten durch aufwändiges Rangieren an Knotenbahnhöfen verlängert – und jetzt sollen die Verbindungen nach Dänemark und Frankreich sowie die Ost-West-Verbindung nach Amsterdam gekappt werden. Zürich, Italien, Prag, Warschau und Amsterdam-München/Zürich: mehr soll nicht übrig bleiben von Europa. Warum? Weil die DB AG seit den Planungen für einen Börsengang nicht mehr genug investiert hat und weil den DB-Chefs der Profit wichtiger ist als die Verpflichtung des Grundgesetzes, dem Wohl der Allgemeinheit auch im Bahn-Fernverkehr Rechnung zu tragen. Wer Artikel 87 e GG ernstnimmt, muss die Nachtzüge erhalten!

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Die DB will bis Oktober 2017 alle Autoreisezüge abschaffen.

Früher strich die DB einzelne Linien und Zielorte – jetzt stehen sämtliche Autozüge auf der Abschussliste! Im April 2014 wurden alle Züge ab Berlin, einige ab Düsseldorf und der Autozug Hamburg-München gestrichen; ab Oktober 2014 sollen alle Verbindungen ins Ausland wegfallen. Die Automitnahme im CNL Hamburg-München und den Autozug Hamburg-Lörrach soll es nur noch bis Ende 2017 geben. Von Berlin aus und auf einigen Verbindungen ab Düsseldorf setzt die DB stattdessen bereits LKWs ein – also Autobahn statt Eisenbahn! Das Echo bei den Kunden und in den Medien ist verheerend: Von allen Seiten fliegen der Bahn ihre Werbeslogans und ihr Anspruch, ein umweltfreundlicher Transporteur zu sein, um die Ohren.

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»Güter gehören auf die Bahn«

Angeblich ist kein Geld für neues Wagenmaterial vorhanden – das ist Quatsch, denn für Stuttgart 21 werden Milliarden lockergemacht. Wie bei den Nachtzügen rächt sich auch hier die Orientierung auf den Börsengang, der zwar vorerst auf Eis liegt, aber für ein »Fahren auf Verschleiß« gesorgt hat: Fast die Hälfte aller Schlafwagen muss Ende 2014 aus dem Verkehr gezogen werden, weil sie oben undicht und unten verrostet sind. Auch bei den Fahrzeugtransportwagen gibt es Probleme. Da sie nur 15 t Nutzlast haben, können von den 10 Kfz-Stellplätzen manchmal nur 7 oder 8 genutzt werden. Anschließend jammert die Konzernspitze über »mangelnde Auslastung«. Aber anstatt etwas zu unternehmen, unterlässt das »Unternehmen Zukunft« Reparaturen und Neuanschaffungen. Stattdessen wird seit April 2014 unter dem Tarnnamen »Auto+Zug« das Kundenfahrzeug auf einen LKW gepackt und auf der Autobahn befördert. Geht es noch verrückter?

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Autozüge und Nachtzüge retten!

Die Deutsche Bahn ist kein Privatunternehmen, dessen Chef tun und lassen kann, was er will, sondern sie ist öffentliches Eigentum, sie gehört uns allen!

- Schreiben Sie an Ihre Bundestagsabgeordneten, warum sie sich für den Erhalt der Auto- und Nachtzüge einsetzen sollen!

- Sagen Sie in den Medien und den Sozialen Netzwerken Ihre Meinung zu den Plänen der DB!

- Schreiben Sie an die Konzernchefs und die Aufsichtsräte der Deutschen Bahn! Namen und Adressen finden Sie auf www.deutschebahn.com

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»Europa wächst zusammen«

Mit diesem Slogan wirbt die DB für Reisen in die Nachbarländer. Warum streicht sie dann Nachtzüge, anstatt ihr Netz auszubauen? Wenn 2020 die Fußball-EM in 13 Ländern stattfindet, werden Hunderttausende von Fußballfans ihren Teams kreuz und quer durch Europa folgen wollen. Seit der Euro 2000 und der WM 2006 wissen wir, dass viele davon Nachtzüge nutzen. Wir sind für den Aufbau eines europäischen Nachtzugnetzes: »EURO-NIGHT 2020«!_

Kundgebung und Übergabe von Protestpostkarten an den Bahnvorstand: 24.9. Berlin, Potsdamer Platz, 14 – 16 Uhr

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Im Gegensatz zu Betriebsräten und Beschäftigten von Atom- und Autoindustrie werden wir nicht von der Konzernspitze gesponsert. Deshalb bitten wir um Spenden für unsere Aktion auf folgendes Konto:

Grüne Liga e.V., Verwendungszweck: Nachtzüge
IBAN: DE61 4306 0967 8025 6769 00 BIC: GENODEM1GLS
GLS Gemeinschaftsbank (steuerlich abzugsfähig)
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Verantwortlich für den Zustand der Deutschen Bahn: Angela Merkel & Co.
Verantwortlich für dieses Flugblatt: Peter Dreller, Postfach 60 05 66, 22205 Hamburg
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Unterschreiben für den Erhalt der Nachtzüge:

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Petition zum „Erhalt des Nachzugs von Dänemark nach Europa“

Petition „Nein zur Streichung der Nachtzugverbindung | Non à la suppression du train de nuit Berlin – Paris!“

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Mehr Infos:

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Berliner Zeitung, 17.9.2014: Internationale Zugverbindungen fallen weg Bahnreisende kämpfen für Strecken

Stuttgarter Zeitung, 15.9.2014, Thomas Wüpper: Kahlschlag bei Nachtzügen Kahlschlag bei Nachtzügen stößt auf Protest

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1 Kommentar

  1. […] der Webseite der Gewerkschafter gibt es noch weiteres Hintergrundmaterial. /* Dieser Beitrag wurde unter Allgemein […]