SPD in Verantwortung nehmen

 


Texte/Briefe mit etwa folgendem Inhalt haben Leute aus Leonberg an die dortigen SPD-Stadträte geschrieben

( Wer sich lieber / zugleich an die Landtagsfraktion wenden will: SPD-Landtagsfraktion Baden-Württemberg, Konrad-Adenauer-Straße 12, 70173 Stuttgart )


Sehr geehrte Frau Weiß,
sehr geehrter Herr Pfitzenmaier,
sehr geehrter Herr Stolle,

ich entnehme Ihrem Interview in der Leonberger-Kreiszeitung vom 13.08.2011 den Satz „Wir landen eben immer ziemlich schnell bei der Grundsatzfrage: Was be- und entlastet unseren städtischen Haushalt?“

Die 200.000 Euro, die die Stadt für S21 pro Jahr zahlen muss, belastet in jedem Fall und unnötigerweise Ihren/unseren Haushalt. Diese Summe ist in der Kreisumlage versteckt. Den Bürgern wird es nicht mehr lange verborgen bleiben.

200.000 Euro für Behinderungen, Verspätungen während einer mind. 15 Jahre langen Bauzeit. Später im Betrieb wird es keine Verbesserungen, eher Verschlechterungen geben.

Bekannt ist dies schon lange, denn die Städte Frankfurt und München haben die 21er- Modelle abgelehnt, da sie dem Nahverkehr schaden und viel zu teuer sind. Inzwischen ist bei S21 noch eine Vielzahl mehr an Verstößen, Ausnahmeregelungen, Unklarheiten und Risiken ans Tageslicht gekommen, die das Projekt als nicht mehr zu verantworten einstufen lassen.

Genau vor einem Jahr habe ich alle Landtagsabgeordnete des Kreises BB angeschrieben und zwei Artikel beigelegt:
Teures Luftschloss, Frankfurter Rundschau, 18.08.2010
Alles zurück auf Anfang, Süddeutsche (auch PDF), oder Browser-gerecht sueddeutsche.de/kultur/katastrophenszenario-stuttgart-schwankende-neubauten-1.989471

Das Thema des zweiten Artikels
(Untertitel: Bei S21 drohen geologische Katastrophen)
hat ja inzwischen Leonberg-Eltingen eingeholt,
siehe beispielsweise
klimaretter.info oder alternative-energiequellen.info
Geologische Risiken und Analyse des S21-Gutachtens zur Geologie geolo-
gie21.de

Von CDU, FDP und SPD habe ich nur standardisierte Parteiantworten bekommen. Bei späteren Anfragen war das gleiche. Es scheint, als habe sich niemand die Mühe gemacht, sich zu informieren, was überhaupt dahinter steckt. Natürlich können Sie ins Turmforum und ins InfoS21- Mobil. Da werden Sie perfekt belogen. Z.B. geht nicht daraus hervor, dass das Bahnsteiggefälle sechsmal so stark ist wie zulässig, der feine Abrieb durch Zugverkehr den Tiefbahnhof keine vier Wochen hell erscheinen lässt und die Geräumigkeit aufgrund fehlender Treppen und Rolltreppen ebenfalls Täuschung ist. Im Gegenteil der Tiefbahnhof ist ein Engpass, der im Notfall zur Todesfalle wird. Auf Kosten der Sicherheit wurden viele Ausnahmegenehmigungen erteilt.

Ein einziges Mal wurde über das Thema Àuswirkungen von S21 auf den Nahverkehr kritisch in der StZ berichtet. Bitte nehmen auch Sie dieses Thema ernst. Sie werden einst den Bürgern Rechenschaft darüber ablegen müssen.

S21 ist kein sinnvolles, sondern ein riskantes, unsinnig teures, längst veraltetes Projekt, von dem der Bürger als Nahverkehrsteilnehmer nur Nachteile hat. Veraltet ist es, weil es den sinnvollen und mittlerweile weitgehend eingeführten Taktfahrplan in BW zerschlägt (es können beispielsweise nicht mehrere Regionalzüge bereit stehen für die umsteigenden Passagiere aus einem ICE).

Der Tiefbahnhof ist ein Stromfresser, riskant und verbraucherunfreundlich. Weitere Nachteile erwachsen daraus, dass S21 keine Güter auf die Schiene bringt, aber endlos viel Geld bindet. In diesem Sinn passt es keineswegs in das Programm einer sozialdemokratischen Partei.

Sollte die Parteispitze weiter an diesem unwirtschaftlichen, unsinnigen Projekt festhalten, macht sie sich unglaubwürdig und verspielt ihre zukünftigen Chancen in Baden-Württemberg.

Mit freundlichen Grüßen …